Mitten in der Zentralschweiz, umgeben von imposanten Gipfeln und saftigen Almwiesen, liegt ein Ort, der seit über 900 Jahren Menschen zur Ruhe kommen lässt. Das Kloster Engelberg verbindet Geschichte mit gelebter Spiritualität und lockt Jahr für Jahr Besucher an, die mehr suchen als nur spektakuläre Bergpanoramen. Ob Sie sich für barocke Architektur begeistern, spirituelle Einkehr suchen oder einfach neugierig auf die benediktinische Lebensweise sind, das Engelberg Kloster bietet Ihnen all das in einer einzigartigen Atmosphäre.
Inhaltsübersicht
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Die bewegte Geschichte des Klosters Engelberg
Im Jahr 1120 wurde das Benediktinerkloster Engelberg vom Zürcher Adeligen Konrad von Sellenbüren gegründet. Mönche aus dem Kloster Muri besiedelten die neue Abtei und legten damit den Grundstein für eine Institution, die das Engelbergertal bis heute prägt. Über die Jahrhunderte hinweg war die Geschichte des Klosters alles andere als ruhig. Mehrfach wüteten verheerende Brände, allen voran der katastrophale Brand von 1729, der die mittelalterliche Anlage weitgehend zerstörte.
Doch aus der Asche entstand etwas Neues. Die Mönche liessen sich nicht entmutigen und errichteten zwischen 1730 und 1745 das prachtvolle barocke Ensemble, das Sie heute bewundern können. Die Klosteranlage gehört zu den grössten Barockbauten der Zentralschweiz und beeindruckt durch ihre ausgewogene Architektur. Bis zur Französischen Revolution im Jahr 1798 war der Abt nicht nur geistlicher, sondern auch weltlicher Herrscher über das gesamte Tal. Erst dann erlangten die Talbewohner ihre politische Unabhängigkeit, während das Kloster seine spirituelle und kulturelle Bedeutung beibehielt.
Von der mittelalterlichen Abtei zum barocken Juwel
Die heutige Klosteranlage ist ein Meisterwerk barocker Baukunst. Das Klostergeviert umfasst die Kirche mit Sakristei und Bibliothek im Norden, den Gästeflügel im Westen, den Klausurtrakt im Osten und den Festsaaltrakt im Süden. Besonders beeindruckend sind die mit Schieferplatten belegten Gänge, die noch aus dem 18. Jahrhundert stammen. Die umfassende Restaurierung der Klosterkirche zwischen 2005 und 2007 brachte die barocke Pracht wieder zum Strahlen, ohne die historische Authentizität zu beeinträchtigen.
Benediktinische Spiritualität erleben
Was macht das Kloster Engelberg zu mehr als nur einem historischen Baudenkmal? Es ist die gelebte benediktinische Tradition, die Sie hier hautnah erleben können. Die Mönche folgen der Regel des heiligen Benedikt, die im 6. Jahrhundert verfasst wurde und deren Kerngedanke “Ora et labora”, also Beten und Arbeiten, lautet. Mehrmals täglich versammelt sich die Gemeinschaft zum Stundengebet in der Klosterkirche, und Sie sind herzlich eingeladen, an diesen Gottesdiensten teilzunehmen.
Die benediktinische Gastfreundschaft hat im Kloster Engelberg eine jahrhundertealte Tradition. Schon in der Regel des heiligen Benedikt heisst es, dass jeder Gast als Christus selbst empfangen werden soll. Diese Haltung prägt bis heute den Umgang mit Besuchern. Das Kloster bietet Menschen, die nach innerer Ruhe suchen oder sich spirituell weiterentwickeln möchten, eine echte Auszeit vom hektischen Alltag.
Der benediktinische Alltag im Kloster
Heute leben 17 Mönche im Kloster Engelberg. Ihr Tag beginnt früh mit dem Morgengebet und folgt einem festen Rhythmus aus Gebet, Arbeit und Gemeinschaft. Die Mönche sind in verschiedenen Bereichen tätig: Sie unterrichten an der Stiftsschule, arbeiten in der Seelsorge, führen die Klosterbetriebe oder widmen sich künstlerischen und wissenschaftlichen Tätigkeiten. Dieser Wechsel zwischen Versenkung und Weltgestaltung ist typisch für die benediktinische Spiritualität und macht das Klosterleben so lebendig.
Kulturelle Schätze und architektonische Höhepunkte
Ein Besuch im Kloster Engelberg ist eine Reise durch neun Jahrhunderte Kulturgeschichte. Die barocke Klosterkirche beeindruckt durch ihre schlichte Eleganz und gleichzeitige Pracht. Der Hochaltar zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel, während im Rundbild darüber Gottvater mit dem Uhrzeiger in der Hand als Herr der Zeit dargestellt ist. Besonders sehenswert sind auch der prachtvolle Barocksaal und das Gästerefektorium mit seinen kunstvollen Holzintarsien.
In der Stiftsbibliothek können Sie auf Führungen 26 mittelalterliche Handschriften bestaunen, die zum Ursprungsbestand gehören und teilweise von den Mönchen selbst im 12. Jahrhundert angefertigt wurden. Diese Schätze zeugen von der langen Tradition der Bildung und Gelehrsamkeit im Kloster.
Die grösste Orgel der Schweiz
Auf der Westempore der Klosterkirche steht ein wahres Meisterwerk: die grösste Orgel der Schweiz. Mit 9.097 klingenden Pfeifen für 137 Register ist sie nicht nur ein technisches Wunderwerk, sondern auch ein Klangwunder. Im Grundbestand geht die Orgel auf das Jahr 1877 zurück, als der Luzerner Orgelbauer Friedrich Goll das mechanische Werk vollendete. In den 1920er Jahren wurde sie umfassend erweitert und zählt heute europaweit zu den bedeutendsten Instrumenten ihrer Art.
Im Sommer können Sie bei der Konzertreihe “Engelberger Orgelsommer” namhafte Organisten erleben, die die volle Klangpracht dieses imposanten Instruments zur Entfaltung bringen. Ein besonderes Detail: Im Chorgestühl ist eine kleinere Orgel eingebaut, auf der bereits Felix Mendelssohn Bartholdy 1831 bei seinem Engelberg-Besuch gespielt hat.
Das Kloster Engelberg heute: Mehr als ein Museum
Das Kloster ist kein verstaubtes Museum, sondern ein lebendiger Ort. Neben den regelmässigen Gottesdiensten finden das ganze Jahr über kulturelle Veranstaltungen statt, von Konzerten bis zu Podiumsgesprächen. Die öffentlichen Klosterführungen werden von Mönchen oder Mitarbeitenden geleitet und bieten spannende Einblicke in die Geschichte und den benediktinischen Tagesablauf. Die Führungen finden jeweils dienstags, donnerstags und samstags statt und sollten vorab gebucht werden.
Zum Kloster gehört auch die traditionsreiche Stiftsschule Engelberg, die seit 1851 junge Menschen unterrichtet und heute einen Doppelabschluss mit zweisprachiger Maturität und dem International Baccalaureate anbietet. Zudem betreibt das Kloster verschiedene Wirtschaftsbetriebe, darunter eine Schaukäserei, wo Sie regionale Produkte probieren können, sowie mehrere Gastronomiebetriebe.
Zusammenfassung
Das Kloster Engelberg ist weit mehr als eine historische Sehenswürdigkeit. Es ist ein lebendiger Ort der Spiritualität, der Kultur und der Gastfreundschaft. Ob Sie an einer Klosterführung teilnehmen, ein Orgelkonzert besuchen oder einfach die Stille der Klosterkirche auf sich wirken lassen, Sie werden die besondere Atmosphäre spüren, die diesen Ort seit über 900 Jahren auszeichnet.
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FAQ:
Kann man das Kloster Engelberg besichtigen?
Ja, das Kloster bietet regelmässig öffentliche Führungen an, die jeweils dienstags, donnerstags und samstags stattfinden. Eine Voranmeldung ist empfehlenswert. Die Führung dauert etwa eine Stunde und umfasst die Klosterkirche, den Barocksaal, das Gästerefektorium und den Ausstellungsraum mit mittelalterlichen Handschriften.
Wie viel kostet eine Klosterführung?
Die Führungen kosten ab CHF 6.00 pro Person, Ermässigungen sind möglich. Tickets können Sie vorab online über die Webseite des Klosters oder über ticketino.com buchen
Gibt es im Kloster ein gastronomisches Angebot?
Im Umfeld des Klosters stehen klostereigene Gasthäuser sowie weitere Restaurants im Ort zur Verfügung. Dort können Besucher regionale Spezialitäten und einfache klösterliche Küche genießen.
Ist das Kloster für Rollstuhlfahrer zugänglich?
Die Klosterkirche ist barrierefrei zugänglich. Innerhalb des Klosters gibt es jedoch keinen Lift, weshalb die anderen historischen Räume für Rollstuhlfahrer nur eingeschränkt erreichbar sind.
Welche besonderen Veranstaltungen gibt es im Kloster?
Das Kloster Engelberg bietet ein vielfältiges Kulturprogramm mit Konzerten, besonders beliebt ist der “Engelberger Orgelsommer”. Zudem finden regelmässig Podiumsgespräche, Adventskonzerte und weitere kulturelle Veranstaltungen statt. Den aktuellen Veranstaltungskalender finden Sie auf der Webseite des Klosters.


